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CHANCEN NUTZEN – FRÜH HANDELN.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen erstmals an Krebs. Aber: Krebs-Erkrankungen lassen sich immer besser erkennen und behandeln – und auch nach der Diagnose ist ein gutes Leben möglich.

Autorin: Ineke Haug // Foto: iStock (3), unsplash, BMW BKK, privat

Kaum eine Diagnose löst so viele Ängste aus wie Krebs. Die gute Nachricht: Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verbessert und die Heilungschancen sind bei vielen Krebsarten so gut wie nie. Dabei ist Krebs ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen. Die Gemeinsamkeit ist, dass durch Veränderungen im Erbgut einzelner Zellen die natürliche Kontrolle über die Zellteilung verloren geht.

Doch bis aus einer veränderten Zelle ein Tumor entsteht, vergehen meist Jahre oder sogar Jahrzehnte. Zudem verfügt unser Körper über Schutzmechanismen: Reparatursysteme korrigieren Schäden im Erbgut und das Immunsystem beseitigt entartete Zellen. Erst wenn diese Abwehr versagt, kann Krebs entstehen. Warum das geschieht, lässt sich meist nicht genau sagen. Alter, Lebensstil, erbliche Veranlagung und Umwelteinflüsse spielen ebenso eine Rolle wie der Zufall. Deshalb gilt auch: Niemand trägt die Schuld an einer Krebserkrankung.

PRÄVENTION: KREBSRISIKO VERRINGERN.

Krebs lässt sich nicht immer verhindern – aber wir können das Risiko und den Zeitpunkt der Erkrankung beeinflussen. Dabei unterscheiden Experten zwischen Prävention und Früherkennung: Prävention soll verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht. Regelmäßige Bewegung im Alltag, möglichst wenig langes Sitzen, nicht rauchen, ein bewusster Umgang mit Alkohol, konsequenter Sonnenschutz, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht senken nachweislich das Risiko. Auch Impfungen gegen HPV und Hepatitis B tragen dazu bei, das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen zu reduzieren.

Natürlich gilt auch: Wer gesund lebt, ist nicht automatisch vor Krebs geschützt. Fast jeder kennt jemanden, der sich ausgewogen ernährt, regelmäßig Sport treibt und trotzdem eine Krebsdiagnose erhalten hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein gesunder Lebensstil wirkungslos wäre: Nach Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) wären rund 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und schützende Impfungen vermeidbar.

Weniger als die Hälfte der Menschen nehmen Vorsorgetermine wahr.

FRÜHERKENNUNG RETTET LEBEN.

Früherkennungsuntersuchungen wie Darmspiegelung, Mammografie und gynäkologische Vorsorge sollen Tumoren entdecken, bevor sie Beschwerden verursachen und wenn sie noch besonders gut behandelbar sind. Allerdings könnten noch deutlich mehr Menschen von der Krebsfrüherkennung profitieren. Denn viele der Untersuchungen werden seltener genutzt, als Fachleute empfehlen.

Dr. Susanne Weg-Remers, die den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums leitet, sagt: „Wir wissen, dass der überwiegende Teil der Angebote zur Krebsfrüherkennung Leben rettet. Wer also auf diese Chance nicht verzichten möchte, sollte sie wahrnehmen.“ Versicherte der BMW BKK können sich ganz einfach über die BMW BKK App an einen Vorsorgetermin erinnern lassen.


HÖRSORGE. DER PODCAST DER BMW BKK.

In unserem vierteiligen Podcast sprechen Carina Kilmarx vom BMW BKK Gesundheitsmanagement und Krebsexpertin Dr. Hanna Heikenwälder offen darüber, wie Krebs entsteht, was Sie selbst vorbeugend tun können, welche Rolle mentale Gesundheit spielt, warum Vorsorge so wichtig ist – und warum Frauen oft länger leben. Außerdem berichtet BMW Group Mitarbeiter Steffen Frank von seiner Darmkrebserkrankung und wie er gelernt hat, damit umzugehen. Reinhören lohnt sich!

Einfach auf das Icon klicken und Sie kommen direkt zu Hörsorge. Der Podcast der BMW BKK.* Dort können Sie die Folgen einzeln auswählen:

 

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Schon gewusst?

Ein gesunder Lebensstil kann etwa 40 Prozent der Krebserkrankungen verhindern.


NEUE ERKENNTNISSE FLIESSEN MIT EIN.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse beeinflussen die Krebsvorsorge, das zeigt etwa die Änderung bei der Prostatakrebsfrüherkennung: Die aktualisierte Leitlinie empfiehlt den PSA-Bluttest für Männer ab 45 als Standard der Früherkennung. Als eine der wenigen Krankenkassen bezuschusst die BMW BKK diesen Test mit 25 Euro und bereits ab 18 Jahren. PSA steht für „prostataspezifisches Antigen“, ein Eiweißstoff, der von der Prostata gebildet wird und dessen Konzentration im Blut bestimmt werden kann. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hinweisen, aber auch andere Ursachen haben.

„Wenn der Wert leicht erhöht ist, wird er schrittweise abgeklärt, mit einem erneuten Test und gegebenenfalls einer multiparametrischen Magnetresonanztomografie (mpMRT), und final kann eine Gewebeprobe entnommen werden“, erklärt Dr. Susanne Weg-Remers. Die BMW BKK übernimmt die Kosten für diese schmerzfreie und strahlenfreie Untersuchung der Prostata bei ausgewählten Partnern. So sollen aggressive Tumoren möglichst früh erkannt und gleichzeitig unnötige Gewebeentnahmen vermieden werden. „Ich wünsche mir, dass der PSA-Bluttest flächendeckend von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, denn die aktuell bezahlte Tastuntersuchung der Prostata ist unzuverlässig.“

WIE SIEHT DIE ZUKUNFT DER FRÜHERKENNUNG AUS?

Hoffnungen richten sich auf sogenannte MCED-Bluttests (Multi-Cancer Early Detection). Sie sollen anhand einer einzigen Blutprobe Hinweise auf zahlreiche Krebsarten liefern – auch auf solche, für die es bislang keine Früherkennungsuntersuchung gibt. Noch ist offen, welchen Nutzen MCED-Bluttests für die Früherkennung tatsächlich haben und wie ein auffälliges Ergebnis zuverlässig abgeklärt werden kann. Denn bislang zeigen die Tests nicht eindeutig, wo sich ein möglicher Tumor befindet.

KREBS BEHANDELN.

„Eine Krebsdiagnose ist in den meisten Fällen kein medizinischer Notfall“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers. Es folgen weitere Untersuchungen und die Suche nach der passenden Behandlung. Um welche Tumorart handelt es sich? Wie weit hat sie sich ausgebreitet? Welche genetischen Besonderheiten hat der Tumor? Je nach Krebsart und Krankheitsstadium wird die Behandlung für jeden Krebskranken individuell zusammengestellt und kann verschiedene Therapieansätze miteinander verbinden. „Für sehr viele Krebsarten gibt es medizinische Leitlinien und man kann seinen behandelnden Arzt durchaus fragen, was genau die Basis für den Behandlungsplan ist. Wenn unterschiedliche Behandlungen im Raum stehen, empfehle ich Patienten, offen anzusprechen, welche Chancen und Risiken die verschiedenen Optionen bieten.

Man kann auch fragen, ob eine Zweitmeinung sinnvoll wäre“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt, sodass sich heute viele Krebserkrankungen erfolgreich behandeln lassen. Bei Brustkrebs etwa kommen häufig mehrere aufeinander abgestimmte Therapieverfahren zum Einsatz. Ist ein Tumor HER2-positiv, können Antikörper gezielt an den Krebszellen angreifen und gesundes Gewebe weitgehend schonen. Dadurch sinkt das Rückfallrisiko deutlich. Insgesamt überleben rund 88 Prozent der Frauen mit Brustkrebs mindestens fünf Jahre nach der Diagnose.

Insgesamt gilt: Viele Krebserkrankungen lassen sich heute erfolgreich behandeln.

WAS TUT SICH IN DER FORSCHUNG?

Ein vielversprechender immuntherapeutischer Ansatz sind personalisierte mRNA-Krebsimpfstoffe, die gerade in klinischen Studien untersucht werden. „Erste Ergebnisse legen nahe, dass diese Therapie bei bestimmten Tumorarten einigen Patienten eine Perspektive bieten kann. Das befindet sich allerdings noch in einer frühen Entwicklungsphase und ist noch nicht in der klinischen Routine angekommen“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers. Auch in der Regelversorgung ist die Therapie deshalb noch nicht enthalten. Inzwischen lässt sich auch das Erbgut eines Tumors mithilfe moderner Genom-Sequenzierungen analysieren. So entsteht ein Tumorprofil, das zeigt, welche genetischen Veränderungen den Krebs antreiben.

Bei einigen Patienten kann das helfen, gezielt Medikamente auszuwählen, die an diesen Veränderungen ansetzen. „Das ist allerdings eine aufwendige Untersuchung, die bisher nicht zur Standardversorgung gehört“, sagt die Expertin. Auch künstliche Intelligenz unterstützt Ärzte heute dabei, Bildaufnahmen, Gewebeproben oder genetische Daten eines Tumors auszuwerten. Sie hilft, große Datenmengen schneller zu analysieren und kann so die Therapieplanung erleichtern.

LEBEN MIT DER DIAGNOSE.

Betroffene können selbst dazu beitragen, die Behandlung möglichst gut zu bewältigen. „Wer kann, sollte ein Stück Alltag zulassen und sich jeden Tag etwas Gutes tun“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung zum Erhalt der Muskelkraft können helfen, Nebenwirkungen besser zu verkraften. Wer unter Erschöpfung (Fatigue) leidet, profitiert häufig eher von angepasster körperlicher Aktivität als von Schonung. „Bewegung hat eine Menge positiver Effekte. Es gibt Studien, die zeigen, dass die Krankheitsbewältigung besser ist, wenn man körperlich aktiv bleibt.“ Ebenso wichtig ist es, seelische Belastungen ernst zu nehmen. Psychologische Unterstützung oder eine Sozialberatung können helfen, Ängste zu bewältigen und ein gutes Leben mit der Krankheit zu führen.

Unser Experteninterview

Wie gehe ich mit einer Krebsdiagnose um und auf welche Informationen sollte ich vertrauen? Wir haben bei Dr. Susanne Weg-Remers, die den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg leitet, nachgefragt.

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Kapitel 1 / 9 Einleitung

MEHR KREBS-VORSORGE BEI DER BMW BKK.

Die BMW BKK bezuschusst einmal jährlich mit bis zu 25 Euro folgende Untersuchungen ab 18 Jahren: Für Männer den PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung. Für Frauen den vaginalen Ultraschall, um Gebärmutter und Eierstöcke auf Veränderungen zu untersuchen.

www.bmwbkk.de/vorsorge


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